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Länderkarte Namibia


Jede Reise ist eine Erzählung: von den Landschaften, in die sie führt, und von den Menschen, die sie besucht und die an ihr teilhaben. Aber jede Reise hat auch ihre ganz eigene Biographie. Wie entsteht so eine Tour eigentlich? Welche Ideen verbinden sich mit ihr? Wer hat sie erdacht, ihr sozusagen Leben eingehaucht, und wie wird sie erwachsen?

Unter der Überschrift „Reise des Monats“ wollen wir Ihnen Gelegenheit geben, unsere Arbeit auf neue Weise kennen zu lernen. Es geht um Reisen, die uns besonders am Herzen liegen und deren Geschichte wir auf sehr persönliche Weise erzählen. Das erste Beispiel führt nach Namibia.


Matutura, das heißt „Ort, an dem wir gerne leben“. So sagen seine Bewohner. Das ist schon eine kleine Geschichte für sich. Denn früher hieß eben dieser Ort Katutura, und das bedeutet genau das Gegenteil: ein Platz, an dem wir leben wie die Hunde. Katutura war die Township der Hauptstadt Windhoek – eine Siedlung, die nur von schwarzen Namibiern bewohnt war. Zu jener Zeit herrschte im ganzen Land strengste Rassentrennung. Das ist nun vorbei, aus Katutura wurde Matutura und nun der Titel dieser Reise.

Entstanden ist sie zuerst im Kopf von Renate Leonhards, NOMADs Spezialistin und Destination Managerin für das mittlere und südliche Afrika. Schon ihr Schwiegervater lebte zwei Jahre mit Buschleuten, ihr Mann hat in Namibia gearbeitet, ihre Schwägerin ist seit vielen Jahren in Namibia verheiratet. Sie selbst reist seit 1982 mit ihrem Mann regelmäßig alle zwei Jahre mehrere Wochen in afrikanischen Ländern, mit dem Geländewagen, selbst organisiert, alleine oder mit Freunden. Der Höhepunkt war eine Durchquerung des Kontinents mit dem Auto von Nord nach Süd, von Deutschland bis Südafrika.


An Namibia fasziniert sie die landschaftliche Vielfalt – Savanne, Felsen, Trockenflusstäler, Meeresküste – und natürlich Highligts wie die berühmten Sterndünen des Sossusvlei oder die tiefen Schluchten des Fish-River-Canyon. Aber sie nennt noch mehr Vorlieben: das Silbergras der Weiden im Morgenlicht, Sonnenuntergänge, wie sie schöner nicht sein können, wilde Tiere, die es nur im südlichen Afrika gibt. Dazu kommen die insgesamt gute Infrastruktur und eine Geschichte, die gerade auf deutschsprachige Reisende eine besondere Anziehung ausübt. Die Möglichkeit, sich bei vielen Namibiern zumeist auf Deutsch über Land und Leute zu informieren, bietet sonst kein anderes afrikanisches Reiseziel – und das in einem Land, in dem die Menschen offen sind und über einen schier unerschöpflichen Schatz an Erzählungen und Geschichten verfügen, den sie gern mit ihren Gästen teilen.

Renate Leonhards zeigt mit dieser Reise ganz unterschiedliche Lebensweisen und natürliche Umgebungen Namibias: die Wildfarm in der Kalahari, den Farmeralltag im Gebiet der Tirasberge, die gewaltige Wüstenlandschaft des Sossusvlei und den gemeinschaftlichen Alltag in der Enge einer ehemaligen Township.

Wie sich die einzelnen Standorte und Stationen herausgeschält haben, erzählt sie im Folgenden selbst. Es ist eine lange und sehr spannende Geschichte. Wer jedoch gerade nicht die notwendige Zeit und Muße hat, kann hier schnell wieder nach oben springen.


„Schon bei der Konzeption der NOMAD-Reise „Namakwa & Namib“ – am Oranje-Fluss entlang und weiter durchs Diamantensperrgebiet von der Küste bei Oranjemund nach Windhoek – habe ich die weitgehend unbekannten Tirasberge kennen gelernt, ein Gebiet im Süden Namibias, am Rand der Namib-Wüste innerhalb des Dreiecks Fishriver-Canyon, Sossusvlei und Lüderitz. Nicht nur den Kontrast der dunklen Berge zur goldfarbenen Namibwüste empfand ich als faszinierend – mitreißend war v.a. die Begeisterung der dort ansässigen Farmer für Natur und Geschichte des Landes. Damals entstand die Idee, hier zusammen mit den Farmern Wanderungen anzubieten.

Ich blieb in Kontakt mit ihnen. Vier der Farmerfamilien haben mittlerweile gemeinsam das 125000 Hektar große Naturschutzgebiet „Tiras Conservancy“ gebildet. Und bei meinem letzten Besuch war auf Betreiben der besonders rührigen Gertrud Gräbner die Idee entstanden, geführte Wanderungen von Farm zu Farm durch die unterschiedlichen Vegetationszonen anzubieten. Denn die Ländereien der Farmen grenzen zwar aneinander, sind aber so groß, dass sie jeweils in einem anderen Vegetationsbereich liegen – von den Randdünen der Namib bis zu  den bizarr aufragenden Tirasbergen. Die Farmer selbst, so einigten wir uns, würden während der Wanderungen für Übernachtung und Verpflegung sorgen – und für angeregte Unterhaltung abends am Lagerfeuer.


Nächste Station: die Wildfarm Kuzikus im Osten Namibias. Sie war uns schon häufiger durch ihren engagierten Naturschutz aufgefallen. Letztes Frühjahr (2005) schickten sie uns Informationen über eine neue Idee: Wildniskurse. Also zu Fuß mit Buschmännern Gazellen und Giraffen aufspüren, Wissenswertes über Spuren und Lebensgewohnheiten der Tiere erfahren und gleich in der Praxis umsetzen, sich unter erfahrener Anleitung in der Natur bewegen, hören, sehen, riechen.

Diese Idee nahm mich sofort gefangen. Ich war schon oft in der Etosha-Pfanne, auch auf Wildfarmen unterwegs, jedoch immer mit dem Auto. Und ich habe mir immer schon gewünscht, die Tiere nicht nur aus dem Auto heraus erleben zu können, sondern auch mal ungefiltert, also ohne störende Glasfenster und entsprechende Autogeräusche und –gerüche.

Das ist allerdings aus Sicherheitsgründen z.B. in der Etosha-Pfanne nicht möglich. Auf Kuzikus dagegen schon: Dort lebt die ganze Wildpalette Namibias – mit Ausnahme der Löwen, Leoparden und Geparden. Der Versuch, auch die Raubkatzen im Kuzikus-Gebiet anzusiedeln, scheiterte letztlich daran, dass diese fanden, die auf den benachbarten Farmen stehenden Rinder seien leichter zu jagen als die flinken Gazellen – und so überwanden sie immer wieder die Außenzäune und räuberten in den Viehherden. Das führte verständlicherweise zum Unmut der Farmer und in der Folge zur Wiederaussiedelung der Raubkatzen.


Nun ist aus der Krise eine Chance geworden: Das Fehlen der auch für den Menschen gefährlichen Jäger ermöglicht eine gefahrlose Fußpirsch – unter kundiger Anleitung, versteht sich. Denn auch die hier lebenden Nashörner sind nicht ungefährlich.


Diese beiden Ideen für ein hautnahes und fußläufiges Namibia-Erlebnis im Kopf – im Osten die Wildfarm, im Süden die botanischen Kleinode – habe ich im Juni 2005 die neue Tour erkundet. Zuerst wandte ich mich nach Kuzikus, wo mich gleich die vier großen Jagdhunde freundlich begrüßten. Erwartet wurde ich auch schon von Hiltrud und Alina, Mutter und Tochter der Farmerfamilie, die mit mir noch im Abendlicht auf die Pirsch gingen, diesmal im Auto, um wenigstens einen kleinen Teil des Wildschutzgebietes zu sehen. Mit dabei Amos, der aufmerksame Buschmann, der dann auch die Nashörner als erster erblickte. Kuzikus (das bedeutet Weißdorn) ist eine der wenigen Wildfarmen in Namibia, die von der Regierung zum Schutz und zur Erhaltung von äußerst bedrohten Tierarten ausgewählt worden ist und eine Sondergenehmigung für die Wiedereinbürgerung von Spitzmaulnashörnern besitzt.

Gazellen und Giraffen im Silbergras und an der Wassertränke, zahlreiche Vogelarten und ein weites Savannenland, dazu die Möglichkeit zu Fuß zu pirschen – das schienen mir dann wirklich die richtigen Voraussetzungen für einen Baustein der zukünftigen NOMAD-Tour. Auch gibt es Pferde zum Ausreiten für entsprechend interessierte Gäste. Dann ging es weiter in die Tiras-Berge nach Gunsbewys, der Farm von Gertrud Gräbner. Mit ihr habe ich zunächst Landkarten studiert, mögliche Routen besprochen und Kontaktmöglichkeiten ausgetauscht. In Namibia gibt es oft nur eine Telefonleitung für mehrere Farmen, am Klingelzeichen erkennt man, für wen der Anruf ist. Und jeder kann jeden Anruf mithören…Gudruns Mitwirkung war letztlich entscheidend für die Ausarbeitung der Wanderungen in den Tiras-bergen.


Voller Eindrücke und mit reichlich Adressen und Anregungen im Gepäck fuhr ich zurück nach Norden – an den riesigen Sossusvlei-Dünen vorbei nach Windhoek. Die Dünen sollten der dritte Baustein meiner neuen Tour werden.

Jetzt blieb nur noch das Transportproblem zu lösen. Was die Strecken von Kuzikus in die Tirasberge und weiter nach Sossusvlei betraf, hatte ich von Gertrud Gräbner den Vorschlag mitgenommen, dass einer der Farmer den Transfer der NOMAD-Gruppe übernehmen könnte. Das konnte ich von Deutschland aus konkretisieren und organisieren. Aber wie sollte die Reisegruppe von Sussusvlei nach Windhoek kommen?


Da kam mir die Adresse von Lukas Damaseb zu Hilfe, der uns auf gut Glück eine Informations-Mail seiner kleinen Agentur geschickt hatte. Darin warb er für eine Sossusvlei-Tour. Wir trafen uns in einer Hotelbar – und Lukas, ein stolzer Herero, machte gleich einen sehr zuverlässigen Eindruck. Er übernahm gerne den Sossusvlei-Teil und den Rücktransport nach Windhoek. Als Übernachtungsmöglichkeit in Windhoek schlug er das kleine Gästehaus „Penduka“ im Herzen von Katutura vor, der ehemaligen Township Windhoeks, und wir verabredeten uns für den nächsten Tag, um zusammen hinzufahren. Pünktlich um acht Uhr holte er mich ab. Durch schmale Straßen erreichten wir bald das Gästehaus mit einem kleinen Freilichtmuseum und der Werkstatt für Kunsthandwerk, ein Frauenprojekt in Windhoek. Direkt an einem kleinen See gelegen strahlt „Penduka“ Freundlichkeit aus. Abends wurden wir mit heimischen Speisen bewirtet und konnten am nächsten Tag das lebendige Stadtviertel Katutura besuchen. Die kleinen runden Hütten, jeweils für zwei Leute, wurden besichtigt und für gut befunden, die Preise mit den Verantwortlichen abgesprochen. In Begleitung von Lukas Damaseb hatte ich das Gefühl, dass die Menschen ihm vertrauten und sich freuten, dass er Besuch mitbrachte.

Als Fazit kann ich sagen, dass ich die Matutura-Reise ohne die zahlreichen freundschaftlichen Kontakte, die ich während der Erkundung im Juni und während meiner vielen früheren Reisen nach Namibia geknüpft habe, nicht hätte konzipieren können. Diese freundschaftlichen Kontakte sind letztlich auch der Garant dafür, dass wir die Tour überhaupt in dieser Form durchführen können."

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