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555 Kirgistan - Pferdetrekking im Tien Shan-Gebirge
Naturerlebnisse, Nomadenleben und Pferdetrekking durch unberührte Gebirgsregionen



1.-2. Tag: Anreise nach Bishkek
Flug von Deutschland via Istanbul nach Bishkek und Ankunft dort am frühen Morgen des folgenden Tages. Am Vormittag nehmen wir uns Zeit, um uns vom Nachtflug auszuruhen.

Nachmittags starten wir zur Erkundung der kirgisischen Hauptstadt. Bishkek liegt auf rund 800 Metern Höhe am Rand eines westlichen Ausläufers des Tien Shan und geht ursprünglich auf eine Karawanenstation der Seidenstraße zurück. Ihr heutiges Aussehen - Schachbrettmuster, repräsentative Boulevards, aufwändig gestaltete öffentliche Gebäude - trägt den Stempel der Sowjetzeit und bietet zentralasiatisches Großstadtleben.

2 Übernachtungen im Hotel Asia Mountains (oder vergleichbar)


3. Tag: Entlang dem Kungei-Alatau zum Issyk-Kul
Am nächsten Morgen führt uns der Weg nach Tokmok. Nicht weit davon, am Rand einer fruchtbaren Ebene, lag vom 11. bis 14. Jhd die Handelsstadt Balasaghun. Aus ihren Ruinen ragt der imposante Rest des sorgfältig gemauerten Burana-Turms hervor. Er gilt als das älteste Minarett Zentralasiens.

Von dort folgen wir dem Gebirgszug des Kungei-Alatau in Richtung Osten und entlang des Issyk Kul. Die Kirgisen nennen ihn den „warmen See“, weil er nie zufriert. Mit einer Fläche von mehr als 6000 Quadratkilometern ist er das bei weitem größte Gewässer des Landes und zugleich der zweitgrößte Gebirgssee der Welt.

1 Übernachtung im Hotel Karven (oder vergleichbar) in Cholpon Ata


4. Tag: Karakol
Nach dem Frühstück steuern wir - immer am See entlang fahrend - die Kleinstadt Karakol an. In der Nähe liegt der russische General und Asienforscher Nikolai Przywalski begraben, dessen kleines Museum wir uns auch besuchen. Pferdefreunden ist der Name nicht unbekannt, da er das nach ihm benannte Przywalski-Pferd, das einzige Wildpferd, das bis heute überlebt hat, entdeckte.

Wir schauen uns die wunderschöne Russisch-Orthodoxe Kirche und die Moschee der Dunganen, einer muslimisch-chinesischen Volksgruppe, an. Beide Gebäude wurden ganz aus Holz errichtet. Abends sind wir voraussichtlich zu Gast bei einer der hier ansässigen uighurischen Familien. Die angestammte Heimat der Uighuren ist eigentlich die südöstlich gelegene chinesische Provinz Xinjiang, doch sind sie nicht auf dieses Gebiet beschränkt - ein Charakteristikum Zentralasiens, dessen zahlreiche Volksgruppen oft über die Grenzen der modernen Nationalstaaten verstreut leben.

1 Übernachtung im Hotel Amir (oder vergleichbar) in Karakol


5.-6. Tag: Vom Issyk Kul zum Son Kul
Zunächst fahren am Südufer des Issyk Kul entlang, den wir somit fast umrundet haben. Später schrauben wir uns über die kleine Bezirkshauptstadt Kochkor zum rund 3000 Meter hoch gelegenen Son Kul hinauf. Der See ist umgeben von Viertausendern und weiteren hohen Gipfeln.

Die Region gilt als das klassische Sommerweide-Gebiet Kirgistans. In den Jurten, die dort wie Pilze aus dem Boden wachsen, finden ganze Großfamilien Platz. Während der warmen Monate führen die Kirgisen ihr angestammtes Hirtenleben und pflegen alte Bräuche wie die Falken- und Adlerjagd.

Auch wir sind einen Tag lang unterwegs (wer will, kann dafür auch ein Pferd mieten), verlieren uns in der herben Gebirgslandschaft und teilen den Alltag der Menschen, deren Leben ganz um ihre Herden kreist.

2 Übernachtungen in einer Jurte


7. Tag: Naryn
Durch kleine Dörfer und wunderschöne Landschaften erreichen wir Naryn, das Zentrum des Südens und die letzte größere Stadt vor der chinesischen Grenze. Das Stadtbild ist immer noch sehr sowjetisch geprägt, doch die malerische Lage im engen Tal des Naryn-Flusses und die hoch aufragenden Berge ringsum geben dem Ort ein besonderes Flair.

Wir bummeln über den zentralen Platz mit dem Freiheitsdenkmal und schauen uns ein wenig in der Art Gallery um. In wechselnden Ausstellungen werden hier Werke unterschiedlicher kirgisischer Künstler ausgestellt. Am Abend sind wir bei einer Familie zu Gast und lernen die hiesige Hausmannskost kennen. Wir bleiben auch über Nacht bei der Familie und starten am nächsten Morgen gestärkt zu unserem Trekking.

1 Übernachtung bei einer Familie (Mehrbettzimmer)


8. Tag: Zurück in die Vergangenheit: Tasch Rabat
Auf dem Weg zum Startpunkt des Trekkings tauchen wir zunächst in die Vergangenheit ein und statten den Überresten der alten Karawanserai Tasch Rabat einen Besuch ab.

In den Zeiten der Seidenstraße reisten hier Händler und Kaufleute, Waren und Karawanen, Geschichten und neue Ideen in beide Richtungen. Heute sind nur noch Ruinen übrig und die Waren werden aus und nach China mit LKW’s transportiert, doch die Lage und die Atmosphäre lassen uns leicht in die glanzvollen Zeiten der Vergangenheit abdriften.

In Ak-Beit treffen wir unsere Begleitmannschaft und unsere Pferde. Zum Eingewöhnen sind wir heute 3-4 Stunden unterwegs, bevor wir unseren ersten Zeltplatz in der freien Natur erreichen.

1 Zeltübernachtung


9.-12. Tag: "A taste of wilderness and freedom"
Die nächsten vier Tage sind wir vollkommen auf uns allein gestellt. Unsere Karawane ist gar nicht so klein, denn alles muss mitgeführt werden: Verpflegung, Futter für die Tiere, Wasser, Ausrüstung und Material. Unsere Führer kennen die Route wie Ihre Westentasche und sind mit Pferdetrekkings seit Jahren vertraut. Wir können uns entspannen und die grandiose Szenerie der umliegenden Bergwelt vom Rücken unserer Pferde genießen.

Zunächst orientieren wir am Fluss Arpa und reiten entlang hoher Berge und Gletscher des At Bashi-Kette in Richtung Kuljyauk. Unterwegs begegnen uns vielleicht sogar Ibex und Marco Polo-Schafe. Auf der relativ flachen Strecke sind auch Galoppaden möglich. Dann ziehen wir weiter durch das Farghana-Gebirge hinauf zu den Sommerweiden von Echki-Tal. Die Landschaft wird immer wilder und rauer, die schroffen Felsen und die Einsamkeit vermitteln uns einen Eindruck dessen, wie frühere Reisende und auch die Bergbewohner mit ihren Pferden hier entlang gezogen sind. Auch wir fühlen uns wie echte Hochlandbewohner, fernab von jeglicher Zivilisation - um uns herum glitzern die Berggipfel des Tien Shan in der Sonne.

Wir erreichen den schmalen Shilbiluu-Pass auf 3800m Höhe, den höchsten Punkt unserer Reise. Der Tierreichtum auf der anderen Seite der Bergkette ist immens: Adler, Falken, Geier, Ibex, Marco Polo-Schafe und Murmeltiere erfreuen sich eines ungestörten Lebens. Unser heutiger Übernachtungsort ist die Aga-Tan Sommeweide auf 3100m Höhe.

3 Zeltübernachtungen (auf 2600-3100m Höhe)


13.-14 Tag: Zurück in die Zivilisation: Uzgen und Osh
Dann geht es talabwärts. Nach 1,5-2 Stunden erreichen wir den Kara Shoro-Nationalpark, bekannt für seine Mineralquellen.

Auf der Weiterfahrt nach Osh schauen wir das ehemals 40m hohe Minarett in Uzgen an. Mit seiner aus Backsteinen gebildeten Ornamentik war es Vorbild für die späteren monumentalen Minarette der Karachaniden von Bukhara und Wabkent. Im 11. Jhd. n. Chr. war Uzgen Hauptsitz der Karachaniden-Dynastie, die zeitweise über ganz Transoxanien herrschte - bis sie von den Mongolen verdrängt wurden.

Am 14. Tag erkunden wir Osh, eine der ältesten Städte Zentralasiens. Die zweitgrößte Stadt Kirgistans wird oft als Hauptstadt des Südens bezeichnet, heute ist sie ein wichtiger Industriestandort. Bekannt war sie früher auch als Wallfahrtsort, schon der Prophet Sulayman soll hier auf einem hohen Kalksteinberg gebetet haben, der als Thron Sulaymans verehrt wurde. Auch wir werden die heiligen Stätten der Muslime besuchen und genießen danach das pulsierende Leben auf dem Basar.

2 Übernachtungen im Guesthouse Sun Rise (oder vergleichbar) in Osh


15. Tag: Heimreise
Am frühen Morgen werden wir zum Flughafen gebracht und fliegen über Istanbul zurück in die Heimat.


 

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