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558 Tadschikistan: Expeditions-Reise Alai! Alai!
23 tägige Reise auf den Spuren der ersten wissenschaftlichen Expedition der Neuzeit im Pamir.



1.-2. Tag: Anreise nach Osh (Kirgistan)
Flug von Deutschland via Istanbul. Ankunft in Osh am frühen Morgen des folgenden Tages. Am Vormittag bleibt Zeit zum Ausruhen. Nachmittags starten wir zur Erkundung der alten Karawanenstadt, die am Ostende des Ferghanatales liegt und nach wie vor Drehscheibe für den Handel zwischen den fruchtbaren Ebenen im Westen und den kargen Hochplateaus im Osten ist.

Hier stellte der deutsche Bergsteiger und Forschungsreisende Willi Rickmer Rickmers die große Karawane zusammen, die aus nicht weniger als dreißig deutschen und russischen Wissenschaftlern und Bergsteigern, etwa 40 einheimischen Dienern, 180 Pferden, 70 Kamelen, und 8.000 Kilogramm Gepäck bestand. Wir reisen in den kommenden drei Wochen auf den Spuren jener epochemachenden Expedition, die als erste wissenschaftliche Forschungsexpedition in die Annalen der Geschichte einging.

2 Hotelübernachtungen

3.-4. Tag.: Nach Tadschikistan
Heute beginnt unsere Geländewagenexpedition. Zunächst noch auf guten Straßen gelangen wir nach Sary-Tash, gelegen am Kreuzungspunkt der Straßen von China (Irkestam) und den Pamir (Kizil Art) in den Westen. Trotz seiner geographischen Bedeutung ist Sary Tash ein geradezu gottverlassener Ort, durch dessen breite Straßen die kalten Winde des Tien Shan pfeifen.

Noch auf kirgisischem Boden beginnt die schlaglochreiche Auffahrt auf das Alai-Gebirge, dessen höchste Erhebung der Leninberg (7.134 m) ist. Am 4.336 Meter hohen Kizil-Art-Pass überschreiten wir die Grenze zu Tadschikistan. Unser Ziel ist der auf bereits 4000 Metern gelegene, abflusslose See Karakul.

2 Übernachtungen in einfachen Homestays.

5.-6. Tag: Karakul und Jalang
Am Ufer des Kara Kul haben wir während einer morgendlichen Wanderung Zeit, den größten See des Landes zu überblicken. Wir umfahren den See im Süden, um entlang des schmalen Flusses Akjilga zu den Sommerweiden kirgisischer Nomaden bei Jalang zu gelangen. Dort stoßen wir auf einige Petroglyphen und beziehen in der Nähe der Nomaden eine Jurte für die Nacht.

Tags drauf folgen wir der Hauptroute der Ali-Pamir-Expedition weiter gen Süden. Der Kokulbel Fluss ist heute unser steter Begleiter. Am Abend sollten wir eines der Basislager der Expedition am Zusammenfluss von Kokulbel und Tanimag erreicht haben. Bei Kok Jar bauen wir erstmals unsere Zelte auf.

Übernachtungen in einem Jurtenlager und in Zelten

7.-8. Tag: Im Oberen Bartang-Tal
Die nächsten sechs Tage stehen ganz im Zeichen des Bartang-Tals, dessen oft schluchtenartiger Charakter seinem Namen – Bartang bedeutet so viel wie „schmaler Durchlass“ – alle Ehre macht und durch dessen enge Windungen wir nach knapp 200 km schließlich den Panj-Fluss erreichen.

Die heutige Tagesetappe nach Kudara erfordert einige Zeit, denn der Zustand dieser selten befahrenen Piste ist vielerorts schlecht. Teils fahren die Autos hoch über dem Fluss unmittelbar an den steil aufragenden Felswänden entlang, teils sind sie auf gleicher Höhe mit dem rauschenden Gebirgswasser.

Selbst im Sommer kann es passieren, dass plötzliche Regengüsse die Straße durch herab gerutschte Felsen kurzfristig unpassierbar machen. Da die Räumkommandos immer einige Zeit brauchen, um das Hindernis zu beseitigen, nehmen wir in solchen Fällen den einzigen anderen möglichen Weg nach Khorog: den Pamir-Highway. In diesem Fall müssen wir eine längere Fahrstrecke in Kauf nehmen und das Trekking zum Sarez-See durch ein Trekking am Yashil Kul (See) ersetzen.

Nach einer weiteren Zeltnacht erwartet uns in Savnob oder einem der umliegenden Dörfer ein Homestay.

9.-11. Tag: Trekking zum Sarez-See
Im Jahre 1911 wurde die Region am Oberlauf des Murghab-Flusses von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht, das den Flusslauf des Bartang versperrte. Es entstand eine natürliche Barriere, hinter der sich die Wassermassen zum Sarez-See aufstauten. Der See ist inzwischen etwa 60 Kilometer lang und soll etwa 17km3 Wasser enthalten; der Damm erreicht eine Höhe über 700 Metern und gilt damit als der höchste Damm weltweit. Nur wenigen Reisenden wird jährlich der Aufstieg zu diesem Naturwunder gestattet!

Wir machen uns in Begleitung einer lokalen Mannschaft mit Packpferden auf den eintägigen Weg zum Damm. Unser Hauptgepäck bleibt bei den Fahrzeugen. An der Barriere angekommen schlagen wir unsere Zelte für zwei Nächte auf und genießen den Tag am See bei einer Bootsfahrt oder zu Fuß. Wer mag, kann auch angeln. Wer das Trekking nicht mitmachen möchte, kann in diesen Tagen bei den Fahrzeugen bleiben und Ausflüge in die nahe gelegenen Dörfer unternehmen. Am 11. Tag erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Savnob.

12.-14. Tag: Durch das untere Bartang-Tal bis Khorog
Im Dorf Roshorv kehren wir heute in den Häusern der Nachfahren jener Badakhshanis ein, die dem 1929 mitreisenden Zoologen William Reinig Einblicke in den lokalen Shugno-Dialekt gewährten, und wo der Forscher die reiche Musiktradition auf Tonwalzen aufzeichnen konnte.

Schon mehrfach ist uns das traditionelle pamirische Haus begegnet, das die Einheimischen „Chid“ nennen und dessen vielfältige Symbolik sich über Jahrhunderte herausgebildet hat. In ihr verbinden sich Elemente zoroastrischer Herkunft mit Vorstellungen der pamirischen Ismaeliten. Der Überzeugung der Pamiris zufolge soll ein Haus das Universum nachbilden. Fünf Pfeiler tragen in der Regel die Holzdecke des Hauptraums – entsprechend den fünf Propheten des ismaelitischen Islam. Zugleich dienen die Häuser als Orte des täglichen Gebets, da es in dieser Region bis heute kaum Moscheen gibt.

Dann schlängeln wir uns ein Stück weiter den Bartang entlang nach Südwesten bis zu dem Ort Basid, wo wir erneut in einem Homestay zu Gast sind, bevor wir am 13. Tag die mächtigen braunen Fluten des Panj erreichen, der im weiteren Verlauf zum berühmten Fluss Oxus wird und Tadschikistan von Afghanistan trennt. Unser Tagesziel ist die dramatisch zwischen rauen Bergen eingebettete Hauptstadt von Gorno-Badakhshan, Khorog. Hier strömen dem Panj gleich zwei Flüsse zu: der Gunt, der in seinem Oberlauf auch Alichur genannt wird, und die kürzere Shakhdara.

Khorogs Klima ist, abgesehen von den kalten Wintern, sehr angenehm und erlaubt eine dichte Vegetation aus Obstbäumen und Pappeln. Wir befinden uns in dem einzigen Ort des Pamir, der tatsächlich den Namen Stadt verdient. Besonderen Ruf genießt der Botanische Garten, den wir uns ebenso ansehen wie das örtliche Museum und den Basar. Sogar ein Theater gibt es hier.

Nach den anstrengenden Tagen am Bartang genießen wir hier zwei Nächte in einem richtigen Hotel.

15.-17. Tag: Entlang des Panj auf den Spuren der Seidenstraße
Während der kommenden drei Tage bewegen uns auf einer jener Routen, die einst die Seidenstraße nahm. Entsprechend zahlreich sind die (inter)kulturellen Zeugnisse, die unseren Weg säumen. Auf der Strecke von Ishkashim nach Langar, das am 17. Reisetag auf dem Programm steht, sehen und erleben wir den Sufischrein des Mubarak Kaddam, die alte Befestigungsanlage bei Yamchun, die heißen Quellen von Bibi Fatima und die Buddha-Stupa von Vrang. Rechter Hand bieten sich immer wieder faszinierende Ausblicke auf die Schultern des Hindukush, der sich jenseits des Panj bis auf Höhen um 6.000 Metern emporhebt.

Das kleine, dem lokal bedeutsamen Dichter Mubarak Kaddam gewidmeten Museum beherbergt eine reiche Auswahl klassischer pamirischer Musikinstrumente – von diversen Trommeln über Flöten bis hin zu Lauten und anderen Streichinstrumenten. Die Nachkommen des Dichters zeigen uns mit etwas Glück, wie diese Instrumente gespielt werden.

Zweimal übernachten wir in einem traditonellen Pamiri-Haus und genießen die Gastfreundschaft der Pamiris.

In Langar treffen wir auch auf das Tal des Wakhan. Hier vereinigen sich Pamir und Wakhan zum Pjanj, dem längsten und geschichtsträchtigsten Strom Tadschikistans. Wir folgen – nach einer Wanderung zur Feste von Ratm – dem Pamir flussaufwärts und gelangen über den Kargush-Pass (4.344 MüNN) zurück auf die windigen Hochebenen des Pamirs. Kurz hinter dem Kargush-Pass zelten wir.

18.-19. Tag: Der Alichur Pamir
Nur im kurzen Sommer des Hochlandes sind die weiten Ebenen des Alichur-Plateaus von Grasfluren überzogen und bieten den Yak-Herden der Kirgisen karges Futter. Wir bewegen uns nun auf dem berühmten Pamir-Highway nach Osten. In den Seitentälern begegnen uns immer wieder die Aylak, die Sommerlager der Nomaden. Bei Shakhty erkunden wir die weltweit höchst gelegenen prähistorischen Felsmalereien und staunen über die hier abgebildeten Bären und Strauße.

Nach einer weiteren Zeltübernachtung bei Shakhty stehen wir vor den uralten Saken- und Kirgisengräbern bei Jarty Gumbez. Nun wenden wir uns endgültig gen Norden, um am Abend des 19. Tages Murghab zu erreichen.

Die Waren auf dem Bazar der größten Siedlung im Osten des Landes sind in ausgemusterten Containern untergebracht, und das Angebot ist mehr als spärlich! Obschon Murghab das Verwaltungszentrum der Region ist, und sich hier der berühmte Pamirsky Post befand, hat die Siedlung den Charme einer verlassenen Goldgräberstadt im Mittleren Osten.

Wir übernachten in einem Homestay.

20.-23. Tag: Rückfahrt nach Osh und das Ende der Reise
Heute suchen wir die Ruinen des Pamirsky Post auf, dem letzten Außenposten des russischen Reichs zu Zeiten des „Great Game“. Ein berühmter Gast der Station war – neben den Forschern „unserer“ deutsch-russischen Expedition – im Jahr 1984 Sven Hedin, der sich überschwänglich über die Gastfreundschaft der russischen Garnison äußert.

Dann geht es auf dem Pamir Highway über den höchsten Pass unserer Expedition, dem Ak Baital auf 4.655 MüNN. Vorbei am Karakul (mit erneuter Homestay-Übernachtung) geht es zurück nach Kirgistan, über den uns ja schon bekannten Pass Kizil Art. Doch kurz hinter der Grenze wollen wir noch einen Abstecher zum Basislager am Pik Lenin, dem mit 7.137 Metern höchsten Berg des Alai-Gebirges, machen. Nach einer letzten Zeltnacht erreichen wir am Abend des 22. Tages Osh, wo wir uns bei einem gemeinsamen Abendessen von unserer Crew verabschieden.

Am frühen Morgen des 23. Tages erfolgt dann der Transfer zum Flughafen und der Rückflug via Istanbul nach Europa.

 

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