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Das Königreich ist in ostwestlicher Richtung in drei Landschaftszonen gegliedert, die im Süden bei ‘Aqabah zusammenlaufen. Nur dort hat Jordanien Zugang zum Meer.

Die erste Zone umfaßt das Tiefland im Westen, also die Große Grabensenke, die zweite das Hochplateau, über das sich der Königsweg schlängelt. Die Wüsten und wüstenartigen Steppen östlich des Hochlands, die Badiyah, bilden die dritte Landschaftszone, die mehr als 75% der gesamten Fläche Jordaniens umfaßt.

DAS TIEFLAND IM WESTEN

al-Ghur (Jordangraben)

Jordantal, Totes Meer und Wadi ‘Arabah sind die nördlichen Ausläufer des Großen Grabenbruchs oder Rift Valleys, das sich von Afrika über das Rote Meer bis hierhin erstreckt. In weiten Teilen unter dem Meeresspiegel gelegen, ist al-Ghur, wie das Jordantal von den ‘Arab genannt wird, mit dem Hügelland um ‘Adjlun seit der Okkupation der Westbank durch Israel der landwirtschaftlich ertragreichste Landstrich Jordaniens. Entsprechend intensiv werden hier neue Bewässerungsprojekte gefördert.

Tabaqat Fahl (Pihilum, Pehel, Pella)

Begünstigt durch die Quelle ‘Ayn Djirm im Wadi Djirm und fast regelmäßige winterliche Regenfälle war der Ort seit dem Chalkolithikum durchgehend besiedelt, also geradezu ein Mekka für Archäologen. Doch dem nicht archäologisch geschulten Auge bietet sich außer den Überresten dreier byzantinischer Kirchen wenig.

Tall al-Kharrar (Bethany)

Passend zum Heiligen Jahr wurde hier der Ort lokalisiert, an dem Johannes der Täufer einst lebte. Die Ausgrabungen sind noch nicht abgeschlossen, der Platz aber wird bereits eifrig von Pilgergruppen besucht.

al-Bahr al-Lut (Totes Meer)

Fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel gelegen, ist das Tote Meer das salzhaltigste aller Meere. Es hat nur Zuflüsse (wie beispielsweise den Jordan), jedoch keinen Abfluß. Weder tierisches noch pflanzliches Leben ist in dieser „Pökelbrühe“ möglich, genauso wenig wie man beim Baden untergehen kann. An seinen Ufern stehen derweil drei Hotels (darunter ein sehr schönes Mövenpick), an weiteren Hotels wird gebaut.

Bab adh-Dhra’

Dem unvoreingenommenen Beobachter erscheinen die Ruinen einer Stadtmauer und die Gebäudefundamente wenig ansehnlich, doch lieferte der zugehörige Friedhof den Archäologen wichtige Informationen zum Leben in der frühen Bronzezeit. Nicht verschweigen wollen wir außerdem, daß hier das alte Sodom gelegen haben soll.

Wadi ‘Arabah

Obwohl auch landwirtschaftlich genutzt, ist dieses Wadi weitgehend durch flache Dünenlandschaften mit vereinzeltem Strauch- und Akazienbewuchs geprägt. Durch die im jordanischen Hochland fallenden Niederschläge haben sich im Laufe der Jahrmillionen tief eingeschnittene Wadis wie das Wadi Mudjib oder das Wadi Dana gebildet, die zum Wadi ‘Arabah hin entwässern.

Faynan (Punon)

Einige Kirchenruinen aus byzantinischer Zeit sowie die wohl bedeutendste chalkolithische Kupfermine auf dem Boden des heutigen Jordanien. Die nur mit Geländewagen zu erreichende Ausgrabungsstätte macht es Besuchern nicht leicht, denn meist brennt die Sonne unbarmherzig auf das dunkle Gestein – und mit einem kühlenden Lüftchen kann man hier kaum rechnen.

‘Aqabah

Die aufstrebende Stadt am Roten Meer hat sich zum Industrie- und Touristenzentrum entwickelt. Für beides ist das Meer der Grund: Industrie und Handel bietet der Hafen einen guten Standort, der Tourismus profitiert von der Möglichkeit, daß man auch im Winter noch baden kann. Ansonsten decken sich die Badu hier mit „städtischen Luxusgütern“ ein, was dem kleinen Suq von ‘Aqabah ein wenig Farbe verleiht.

DAS NÖRDLICHE HOCHLAND

‘Amman (Rabat Ammon, Philadelphia)

Am Ostrand des Hochlandes gelegen, hat sich die einst auf sieben Hügeln erbaute Hauptstadt Jordaniens längst auf das Umland ausgedehnt und ist inzwischen zu einem wichtigen Banken- und Handelszentrum geworden. Die Stadt ist relativ neu. Traditionelle Suqs gibt es hier nicht, nur in den Gassen um die al-Hussayn-Moschee verbreiten einige Gewürz- und Trokkenobsthändler ein wenig orientalisches Flair. Neben den antiken Ruinen auf dem Zitadellenhügel und dem nahegelegenen römischen Theater lohnt sich vor allem ein Ausflug nach Iraq al-Amir zur Qasr al-’Abd, der „Burg der Sklaven“.

as-Salt (Salos Hieraticon)

Das orientalische Flair, das ‘Amman kaum mehr zu bieten hat, findet man in der alten Handelsstadt Salt. Im späten 19. Jahrhundert durch Händler aus Nablus zu einigem Wohlstand gelangt und sogar Kulisse bei der Krönung ‘Abdallahs I. (Urgroßvater des jetzigen ‘Abdallah), geriet sie durch den Bau der Eisenbahnlinie Damaskus – ‘Amman ins Abseits und verlor ihre Märkte endgültig mit der Gründung des Staates Israel. Nirgendwo sonst in Jordanien hat sich derart geballt osmanische Architektur erhalten.

Djarash (Gerasa, Antiochia, Garshu)

Die in römischer Zeit prächtig ausgebaute Stadt ist eine der besterhaltenen antiken Anlagen des Nahen Ostens. Drei Theater, zwei Tempel, der Triumphbogen des Hadrian, ein Nymphäum, dazu einige byzantinische Kirchen mit schönen Mosaiken und weitere Bauten lassen sich bequem während eines Bummels durch die monumentalen Säulenstraßen erkunden.

Qal’at ar-Rabad & ‘Adjlun

Im sanfthügeligen Bergland zwischen Djarash und dem Jordan erhebt sich eine der wenigen von ‘Arab erbauten Festungen aus der Zeit der Kreuzzüge. Mit einem guten lokalen Führer kann man stundenlang durch ihre Gewölbe streifen und versuchen, die unzähligen Bauphasen auseinanderzudividieren. Zu ihren Füßen liegt die Stadt ‘Adjlun, die bereits im Mittelalter als Zentrum des Erzabbaus einige Bedeutung besaß.

‘Umm Qays (Gadara)

Weit im Nordwesten des Landes auf einem dreiseitig steil abfallenden Plateau gelegen, eröffnet sich von den Ruinen des alten Gadara, einst einem Zentrum hellenistischer Kultur, ein weiter Blick über den See Genezareth. Die jordanische Regierung hat die Bewohner des inmitten der Ruinen liegenden Dorfes 1986 zur Umsiedlung überredet, weil sie die Stätte ausgraben wollte. Aber wenig geschah, und inzwischen wird überlegt, ob die aus Basalt erbauten Häuser nicht lieber in ein Tourist Village umgewandelt werden sollten. Nun verlangen die Dorfbewohner mit einigem Recht, an Renovierungsarbeiten und erwartetem Profit beteiligt zu werden. Einem Bummel durch das verlassene Dorf sollte sich unbedingt ein Besuch des Westtheaters und der Basilika anschließen.

DAS SÜDLICHE HOCHLAND

ÜBER DEN TARIQ AL-MULUK GEN SÜDEN

Seit Anbeginn des Handels schlängelt sich der „Königsweg“ in unzähligen Kehren durch das jordanische Hochland. An ihm reihten sich die aus der Bibel bekannten Königreiche Ammon, Moab und Edom auf, und der König von Edom war es, der Moses verbot, mit seinen Getreuen hier entlang ins ihm gelobte Land zu ziehen. Später nutzten die Nabatäer die Route, um ihre Handelswaren von Petra ans Mittelmeer zu transportieren. Der römische Kaiser Trajan ließ die Straße instandsetzen, um seine Provinzhauptstadt Busra bequem mit ‘Aqabah zu verbinden. Erst mit dem Ausbau des weit im Osten durch die Badiyah führenden Darb al-Hadj — des Pilgerweges nach Makkah — in osmanischer Zeit verlor der Handelsweg an Bedeutung. Eine Reise auf seinen oft holprigen Spuren führt zu unzähligen Orten von historischer Bedeutung und durch einige der spektakulärsten Landschaften Jordaniens.

Khirbat as-Syagha (Djabal an-Nabo, Nadabat)

Der eben bereits genannte Moses soll auf der Kuppe dieses Berges gestanden und auf das ihm von Jahwe versprochene Land hinuntergeblickt haben, kurz bevor er verstarb. Die Stätte ist den „Buchbesitzern“ (also Juden, Christen und Muslimen) gleichermaßen heilig. Leider ist der Blick oft dunstverhangen, so daß Jerusalem meist nur erahnt werden kann. Die Franziskanerpatres bitten um angemessene Kleidung und ebensolches Verhalten beim Besuch der kleinen Kirche auf dem Gipfel – leider oft vergebens. Trotz der oft beschämend lauten und minder bekleideten Mittouristen empfiehlt es sich, ein paar Minuten in der Kirche zu verweilen, um die hier freigelegten byzantinischen Mosaiken zu bewundern.

Madabah

Die kleine Stadt rühmt sich ihrer zahlreichen byzantinischen Kirchen, von denen heute aber meist nur noch die Mosaiken zu sehen sind. Am bekanntesten ist die „Madabah-Karte“, eine bildreiche Darstellung Palästinas aus dem 6. Jahrhundert, die in der St. Georgskirche besichtigt werden kann. Auch heute noch leben in dieser Gegend vorwiegend Christen, was der Stadt eine für Jordanien eher untypische Atmosphäre verleiht.

Hammamat Ma’in (Baaras)

Nicht weit entfernt von Madaba windet sich eine schmale Asphaltstraße in unzähligen Kehren hinunter ins Wadi Zarqa Ma’in. Die hier hervortretenden, zwischen 40 und 60°C heißen Heilquellen stellen (neben dem Toten Meer) DIE Attraktion für jordanische Sonntagsausflügler aus ‘Amman und Umgebung dar, weswegen am Wochenende kein stilles Plätzchen zu finden ist. Doch das nahegelegene Hotel wurde kürzlich renoviert und bietet seinen Gästen seither die exklusive Nutzung des Geländes in den Abendstunden.

Qasr al-Mishnaqah (Mukawr, Machaerus)

Ein einsamer Hügel, der nur über eine schmale Landbrücke mit dem Hochland verbunden ist und gleichsam über den Tiefen des Toten Meeres zu schweben scheint. Die archäologischen Überreste des von den Hasmonäern erbauten Palastes auf seiner Kuppe sind nicht so sehr sehenswert, doch gewinnt der Ort bedeutend an Atmosphäre bei der Vorstellung, daß hier Salome vor Herodes tanzte und auf ihren Wunsch den Kopf Johannes’ des Täufers als Lohn erhielt.

‘Umm ar-Rasas (Kastron Mefaa)

Einst römische Garnisonsstadt, entwickelte sich der Ort in byzantinischer und omayyadischer Zeit zu einem Regionalzentrum. Wie in Madabah wurden auch hier etliche zu Kirchenböden gelegte Mosaiken ausgegraben. Doch die eigentliche Attraktion ist ein immerhin 15 Meter hoher Turm ohne Treppenaufgang. Das und die Ruinen einer Kirche an seinem Fuß legen nahe, daß hier ein Kollege des Hl. Simon (der auf der Säule) seine Tage als Stylitos fristete.

Wadi Mudjib (Arnon)

Das Tal ist mit etwa 500 Metern Tiefe und vier Kilometern Breite das größte Wadi Jordaniens. Sein Unterlauf steht mittlerweise unter Naturschutz, und in nicht allzu ferner Zukunft sollen geführte Trekkingtouren angeboten werden. Wegen der stehenden, schwülen Hitze empfiehlt sich eine solche Tour aber nur in der kühleren Jahreszeit.

Karak (Kir, Characmoba)

Auf dem Felsen über der gleichnamigen Provinzhauptstadt liegt diese Kreuzfahrerfeste aus dem 12. Jahrhundert. Sie war — da strategisch wichtig gelegen — zu Zeiten der Kreuzzüge stark umkämpft. Die mächtigste aller jordanischen Burgen wird mit großem Aufwand renoviert und ist einer der Standards jeder Jordanienrundreise. Deswegen sind uns die stilleren und weniger aufgemotzten Festen von Shawbak und Qal’at ar-Rabad weitaus sympathischer.

Wadi Hasa (Zered) & Khirbat at-Tannur

Die helle Eintönigkeit des in den Kalkstein eingeschnittenen Wadi Hasa — der Grenze zwischen den eisenzeitlichen Reichen Moab und Edom — wird von der dräuenden Schwärze eines Vulkankegels jäh unterbrochen. Ihm gegenüber liegt, hoch an der südlichen Wadiflanke, das nabatäische Heiligtum Khirbat at-Tannur. Auch wenn sämtliche Steine von Interesse in die Museen von ‘Amman und Cincinnati gewandert sind, läßt sich erahnen, warum die Nabatäer in dieser windumtosten Einöde ein Heiligtum errichteten.

Dana

Seit einigen Jahren das Vorzeigeprojekt des RSCN (Royal Society for Conservation of Nature). Das einst halb verfallene Dorf, dramatisch auf einer Bergzunge über dem Wadi Dana gelegen, wurde renoviert, das Gebiet großräumig unter Naturschutz gestellt und den wenigen verbliebenen Einwohnern neue Einkommensquellen verschafft. Sie sind nun keine Kleinviehbauern mehr — Ziegen und Schafe würden das fragile Gleichgewicht im Park zerstören —, sondern produzieren Biomarmelade und Olivenölseife, Heilkräuter, traditionelle Töpferwaren und Silberschmuck für das entzückte ‘Ammaner Publikum. Inzwischen entstanden zwei Hotels und zwei streng überwachte Campsites. Dana wird in Sachen Umweltschutz, Schutz der Bevölkerung und sanftem Tourismus fleißig als erstes gelungenes Projekt des gesamten Mittleren Ostens vermarktet. Um an einer von ausgebildeten Rangern geführten Wanderung im Park teilnehmen zu können, empfiehlt sich ein Aufenthalt von zwei Nächten.

Shawbak (Montreal)

Auf einer Kalksteinkuppe der Shara-Berge gelegen, eröffnet sich von den hellen Steinruinen der bislang kaum renovierten Kreuzfahrerfeste ein schöner Blick in die Umgegend. Entdeckungsfreudige nehmen eine Taschenlampe mit, um ein paar der 356 ausgetretenen Stufen hinab in den Bauch des Berges, zum Brunnen des Qasr, zu steigen. Zum Leidwesen der Einwohner des nahegelegenen gleichnamigen Dorfes rauschen die großen Busladungen mit Touristen meist an dieser bezaubernden Feste vorbei direkt nach Petra.

‘Umm Shbaykah, Wadi ‘Abu Sakakin & ‘Ayn Kutlah

Unterhalb des Kalksteins, der als mächtige, oben zu rundlichen Kuppen verwitterte Schicht die Oberfläche des Hochplateaus bestimmt, liegt ein vielfach von Wadis und Schluchten zerrissenes Sandsteingebiet, in das auch die nabatäische Stadt Petra hineingebaut wurde. Zahlreiche ganzjährige Quellen und die abseitige Lage machen es für uns zu einem der schönsten Wander- und Trekkinggebiete Jordaniens. Die schmalen Pfade, die sich durch herb duftende Thymianfelder und entlang knorriger Wacholderbäume ziehen, sind teils durch Alamate gekennzeichnet. Dennoch erfordert das unübersichtliche Gelände einen ortskundigen Guide.

Siq al-Barid (Little Petra) & Sabra

Zwei der Karawanenvorstädte der nabatäischen Metropole; im Norden bzw. Süden der Stadt gelegen. Sie dienten vor allem dazu, den ein- und ausgehenden Karawanenverkehr zu regeln, damit das Stadtzentrum von dergleichen Chaos verschont blieb. Im Siq al-Barid lassen sich außer den üblichen, in den Sandstein gemeißelten Fassaden Reste des ausgeklügelten Wasserversorgungssystems entdecken, und Sabra wartet mit einem kleinen, steilstufigen Theater auf.

Petra & Wadi Musa

Schon lange vor der Zeitenwende war Petra das Zentrum der Nabatäer, die den Karawanenhandel im Nahen Osten kontrollierten. Im Laufe der Zeit wurde aus wenigen, grob in den Fels gehauenen Höhlen eine kunstvolle Stadtanlage im Herzen des zerklüfteten Felsmassivs. Mit dem Niedergang der Weihrauchstraße als Handelsweg begann auch der Untergang Petras, das daraufhin lange als verschollen galt und erst Anfang des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde. Weil die meisten Besucher die Ruinen in Tagesausflügen vom nahegelegenen, sehr touristischen Wadi Musa aus besuchen müssen, sind die abgelegenen Seitenwadis und Karawanenvorstädte menschenleer und still. Hier trifft man nur dann und wann auf die ehemaligen Bewohner — die Badu vom Stamm der Bdul, die vor einigen Jahren von der Regierung zur Umsiedlung gezwungen wurden.

BADIYAH & HAWRAN

Der gesamte Südosten Jordaniens ist ein durch wenige Höhenzüge unterbrochenes, steiniges Flachland (Hammadah), durch das sich zahllose, ebenso flache Wadis ziehen. Aufgrund gänzlich fehlender bzw. völlig unregelmäßiger Niederschläge verbietet sich hier jegliche Form der Landwirtschaft. Nur nomadisierende Ziegen- und Schafzüchter können in dieser lebensfeindlichen Umwelt existieren, weswegen diese Gegend den Namen Badiyah — Land der Badu — trägt.

Im Norden dieser Wüstenregion, im Hawran, beherrscht dagegen grauschwarzer bis tiefschwarzer Basalt das Bild. Das Zentrum der Vulkane ist das Gebiet des Djabal ad-Duruz im südwestlichen Syrien. Erosion und extreme Temperaturschwankungen haben weite, kleinsteinige Basaltfelder geschaffen.

Inmitten dieser Ödnis liegen neben wenigen antiken Stadtruinen (wie ‘Umm al-Djimal und ‘Azraq) etliche erstaunliche Bauten: die „Wüstenschlösser“. Als römische Verteidigungsanlagen entlang des Limes Arabicus gegründet oder unter den Omayyaden neu erbaut, dienten Sie dazu, den lokalen Stammesfürsten Pracht und Macht der Khalifen vor Augen zu führen, das Hinterland abzusichern und den Herrschern Orte des Rückzuges vom Tagesgeschäft in den lärmigen Städten zu bieten. Die architektonische Bandbreite ist groß: von Palästen über befestigte Anlagen hin zu Badehäusern ist alles vertreten.

Qasr Halabat & Hammam as-Sahra’

Auf den dunklen Fundamenten einer römischen Befestigunsanlage errichteten die Omayyaden einen heute stark verfallenen Kalksteinbau und statteten ihn mit Mosaiken aus. Das nahe gelegene Hammam as-Sahra’ (Wüstenbad) ist eine Schwester des Bades von Qusayr ‘Amra, aber leider weit weniger gut erhalten.

‘Umm al-Djimal

Die „Mutter der Kamele” liegt einsam und verlassen in den schwarzen Wüsten des Hawran nahe der syrischen Grenze. In römischer Zeit offenbar eine Siedlung, die von der Landwirtschaft lebte, kann sie nicht wie Djarash mit Glanzlichtern aufwarten, aber ein Rundgang durch die schwarzen Hausruinen lohnt sich allemal.

‘Azraq & Shawmari Wildlife Reserve

Die Oase ‘Azraq — die einzige in dieser Wüste — ist wegen ihrer Wasservorkommen schon seit Urzeiten besiedelt. Im nördlichen Ortsteil leben vorwiegend Drusen, hier liegt auch das Qasr al-’Azraq. Berühmt geworden ist das düstere, aus Basalt erbaute Qasr vor allem durch T.E. Lawrence, der hier im letzten Winter des Ersten Weltkrieges sein Quartier aufschlug.

„Und dann tauchte jäh vor uns in schimmerndem Blau die Burg auf ihrem Felsgipfel auf, umrauscht von Palmen, mit frischgrünen Matten und weißschäumenden Quellen zu ihren Füßen; und wir standen wie festgebannt. Von Azrak wie von der Rum sagte man »Numen inest«. In beiden Landschaften herrschte ein Zauberspuk; aber während die Rum weit und hallend und gottähnlich war, erzählte Asraks unermeßliche Ruhe von wandernden Poeten, von Helden, verlorenen Königreichen, von all den Verbrechen, der Ritterlichkeit und dem toten Glanz von Hira und Ghassan. Jeder Stein, jeder Grashalm war hier ein Stückchen Erinnerung an das leuchtende, seidenweiche Eden, das seit langem dahin war.“ (Lawrence, Säulen, 513f)

Er würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er sähe, daß die einst grüne Oase, ein wichtiger Stopp der Zugvögel auf ihrem Weg von Afrika nach Europa, durch das Abpumpen des Grundwassers nach ‘Amman derweil trocken und wahrlich traurig anzusehen ist.

Im nur 22 km2 großen Shawmari Wildlife Reserve versucht der RSCN, die aus der Badiyah verschwundenen Wildtiere wie Oryx, Strauß und Onager wieder heimisch zu machen. Aufgrund der geringen Fläche ist das Reserve derweil überbesiedelt. Trotzdem bekommt man in der Regel von den Aussichtstürmen nicht viel von den Tieren zu sehen.

Qusayr ‘Amra (Qasr al-’Amra)

Von außen ist Qusayr ‘Amra, das „kleine Schlößchen“, schmucklos, doch im Inneren zeigt es sich als luxuriöser Herrschersitz. Zu Beginn des 8. Jhs. vom Omayyadenkhalifen Walid I. erbaut und reich mit erst kürzlich restaurierten Fresken ausgestattet, vermittelt es den Luxus, mit dem sich die Khalifen umgaben.

Qasr Kharanah

Im Vergleich zu den anderen Schlössern ist das recht gut erhaltene, gleichfalls omayyadenzeitliche Qasr Kharanah ein klotziger, nach außen hin geschlossener Bau, der aber wegen seiner massiven, nicht bemannbaren runden Ecktürme nicht der Verteidigung gedient haben kann. Er wird deswegen als eine Art Versammlungs- und Konferenzzentrum für die umwohnenden Shaykhs oder als Karawanenstation interpretiert.

Qasr Mshatta’ („Burg des Winterlagers“)

Das größte der jordanischen Wüstenschlösser wurde nie fertiggestellt. Es liegt direkt neben dem Queen Alia Airport, und es kann gut passieren, daß die kontemplative Betrachtung der wenigen verbliebenen, eindrucksvollen Steinmetzarbeiten (den Hauptteil der Fassade erhielt der deutsche Kaiser Wilhelm II. als Geschenk, weshalb sie heute im Pergamonmuseum in Berlin zu sehen ist) vom Getöse der startenden und landenden Flieger unsanft gestört wird.

Qasr Tuba

Schließlich liegt mitten in der Wüste noch das abgelegenste Schloß, das Qasr Tuba. Es sollte das größte und schönste werden, blieb jedoch ebenfalls unvollendet. Es ist das einzige, dessen aufgehendes Mauerwerk aus lediglich sonnengetrockneten Ziegeln besteht. Nur über geröllige Rumpelpisten zu erreichen, ist das wohl als Karawanserei genutze Qasr ein wirkliches Schloß in der Wüste.

Ma’an

Erst mit dem Bau des Khatt al-Hidjaz (Hidjazbahn) begann das Städtchen Ma’an als solches zu existieren und entwickelte sich zu einem Handelszentrum für die Stämme der Umgegend. Heute liegt es am Schnittpunkt des Desert Highway mit den wichtigen Straßen in den Iraq und nach Sa’udi-Arabien. Ein Besuch verspricht frische Lebensmittel oder einen der typischen, ursprünglich schafwollgefütterten Badumäntel — eine farwah — zu günstigen Preisen.

al-Hismah

Im Süden und Südosten des Landes erheben sich auf einem in Jahrmillionen verwitterten und zerspaltenen Granitsockel die Sandsteinberge der Hismah. Die winterlichen Niederschläge fließen teils an der Oberfläche in die von Generationen von Badu in den Massivspalten erbauten Zisternen, oder sie durchdringen langsam den weichen Sandstein, sammeln sich an der Oberfläche des Granit und treten als Quellen wieder hervor. So sind die Hismah und ihr bekanntestes Wadi — das Rum — eine von der Natur reichlich bedachte und besonders im Frühjahr grüne Wüste, in der es sich relativ sorglos leben läßt.

Humaymah al-Qadimah

Durch die Hismah führte einst die berühmte Weihrauchstraße. Die Nabatäer bauten zur Versorgung und zum Schutz der Karawanen Stationen an ihrem Weg, deren eine Humaymah ist. Doch abgesehen von einigen (allerdings riesigen) Zisternen und kleineren Gebäuderesten ist nicht mehr viel zu sehen.

Wadi Rum

Derweil Synonym für die gesamte Sandsteinlandschaft östlich des Desert Highway und gut per klimatisiertem Reisebus auf Asphalt zu erreichen, lassen sich Unmengen von mangelhaft bekleideten Touristen in zweistündigen Kurztrips zu vermeintlichen Highlights wie „sunset point“ oder „House of Lawrence“ kutschieren. Das Herzklopfen, das man angesichts der uralten, langsam zerfließenden Riesen in der Stille der Wüste verspürt, werden sie nie erleben – das bleibt denjenigen vorbehalten, die sich vom Trubel des Rum Village entfernen und für mehrere Tage zu Fuß oder mit Kamelen in den abgelegeneren Wadis umherziehen.

Mudawwah

Direkt an der Grenze zu Sa’udi-Arabien gelegene Station des Khatt al-Hidjaz (siehe dort). Es bietet vom Wind glattgeschmirgelte Schienenreste, ein ruinöses osmanisches Fort und einen Brunnen im dürftigen Schatten weniger Palmen. Die im Sand kaum erkennbare Piste ins Wadi Rum führt durch ein sanftwelliges Dünengebiet, in dem sich Ortsunkundige schnell auf sa’udisches Gebiet verirren.

 

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