Nomad - Reisen zu den Menschen
OMAN | ARABIEN | AFRIKA | ASIEN | INFO | BLOG
06591 / 94 99 80

Wir rufen Sie auch gerne zurück. Bitte hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Telefonnummer.





Oder schreiben Sie uns eine Email:
Mail an Nomad-Reisen >>

  m
zurück zur Länderinfo Essay Hintergrundbericht

Länderkarte Mali

Was wir eigentlich unter Afrika verstehen, das ist das Geschichtslose und Unaufgeschlossene, das noch im ganz natürlichen Geiste befangen ist.” Hegels Formulierung spiegelt die Arroganz einer Epoche. Das aufstrebende Bürgertum Europas reduziert Afrika auf wenige Schlagworte: primitiv, ungezähmt, exotisch, in Gestalt des „edlen Wilden” gar auf schaurige Weise bewundernswert, ohne Zweifel jedoch der europäischen Kultur weit unterlegen - eine herrenlose Schatztruhe, deren menschliches Inventar froh sein kann, daß die weißen Kolonisatoren endlich das Licht der Zivilisation bringen.

Afrika gilt — mit Ausnahme Ägyptens — als Kontinent ohne Schriftquellen und damit ohne Vergangenheit. Heinrich Barth, Forscherpionier und Begründer der Afrika-Wissenschaften, erkennt als erster den Reichtum der mündlichen Überlieferung, betreibt intensive Sprachstudien und spricht auch den in manchen Gebieten weit verbreiteten Felszeichnungen historischen Wert zu. 1857 notiert er in seinem umfangreichen Reisewerk: „... auch die Völkerbewegungen Central-Afrika‘s haben ihre Geschichte, und nur indem sie in das Gesammtgebilde der Geschichte der Menschheit eintreten, kann das letztere sich dem Abschluss nähern.”

Gerade Mali blickt auf eine lange und kulturell hochstehende vorkoloniale Vergangenheit zurück. Die reichen Funde des Siedlungshügels von Alt-Djenné dokumentieren eine städtische Lebensweise bereits für das 2. Jh. v. Chr. Große Goldvorkommen, bis heute in ertragreichen Minen gefördert, lassen während des Mittelalters im Gebiet des heutigen Staates und teilweise weit darüber hinaus die mächtigen Reiche Ghana, Mali und Songhay entstehen. Im 10. Jahrhundert schreibt der aus Mesopotamien stammende Kaufmann Ibn Hawkal: „Der König von Ghana ist der reichste auf Erden wegen seines ... Vorrates an lauterem Gold, das seit ältester Zeit dem Boden entnommen wird ...”. Berühmtheit erlangt auch der malische König Mansa Musa durch eine glanzvolle Pilgerfahrt nach Makkah, mit der er 1325 die arabische Welt in Staunen vesetzt. Im Austausch gegen Salz, das in Mali zeitweise den Stellenwert einer Währung erreicht, gelangt das Gold über die Karawanenwege der Sahara und das Mittelmeer bis nach Europa, dessen Wirtschaft es jahrhundertelang speist. Nicht umsonst erscheint das schwarzafrikanische Königreich auf einer spätmittelalterlichen europäischen Karte.

Die Kolonisation nimmt von all dem keine Notiz. Von 1898 bis 1958 steht Mali, das sich erst nach 16jährigem erbittertem Widerstand endgültig geschlagen gibt, unter französischer Herrschaft. 1960 entsteht die unabhängige Republik Mali, deren sozialistische Führung acht Jahre später einer Militärdiktatur weichen muß. In den 70er Jahren vernichtet eine anhaltende Dürre in der gesamten Sahelzone einen Großteil der dortigen Viehbestände und führt zu nachhaltigen Ernteausfällen. Hunger, Krankheit und Armut setzen in der Folgezeit große Wanderungsbewegungen Richtung Süden in Gang. 1992 erhält Mali eine neue Verfassung und bekommt in Alpha Oumar Konaré seinen ersten demokratisch gewählten Präsidenten. Ein Aufstand der nomadischen Tuareg im Norden des Landes gegen staatliche Landnahme und kulturelle Bevormundung kommt 1995 in einem Friedensabkommen zu einem einvernehmlichen Ende. Zwei Jahre später wird Konaré, dem wegen eines weitgehenden Boykotts der Opposition praktisch kein Mitbewerber gegenübersteht, mit großer Mehrheit wiedergewählt.


.
KONTAKT


Mo-Fr 10:00 - 13:00
und 14:00 - 17:30

Tel. 06591/94998-0
Mail an nomad

#