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Ägyptens steinerne Vergangenheit — ein Geschenk des Nil, wie Herodot griffig bemerkt — weckt weltweit Ehrfurcht. Entsprechend stromartig fließt der Tourismus, wenn auch neuerdings aufgewirbelt durch Katarakte in Gestalt blutiger Anschläge, mit denen fanatisch-religiöse Wirrköpfe das Land in Miskredit bringen. Dessen ungeachtet tritt das moderne Ägypten selbstbewußt auf: Der bevölkerungsreichste arabische Staat, strategisch günstig an der Nahtstelle zwischen Mittelmeer und Rotem Meer gelegen, beansprucht glaubhaft die Rolle einer politischen und kulturellen Regionalmacht. Napoleons Truppen öffnen Ägypten bereits 1798 westlicher Faszination und Einflußnahme. Knapp 100 Jahre später setzt sich England im Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft an Nil und Suezkanal endgültig gegen Frankreich durch und besiegelt mit der offenen militärischen Besetzung Ägyptens zugleich de facto dessen Trennung vom Osmanischen Reich. Die weitere Entwicklung folgt dem Muster europäischer Machtpolitik im gesamten Nahen und Mittleren Osten: Anhaltende Unruhen nach dem ersten Weltkrieg zwingen England 1922 zur Installierung einer willfährigen Monarchie in einem nominell unabhängigen Staat, Attentate und ständige Regierungswechsel unterhöhlen die politische Stabilität und münden 1952 in einen Militärputsch, der die Monarchie durch eine Republik ersetzt und kaum zwei Jahre später den Abzug der britischen Besatzungstruppen zur Folge hat. 1956 bekommt Ägypten in Djamal ‘Abdul Nasr einen Präsidenten, der deutlich nationale Töne anschlägt und sich überdies als führender Kopf eines gemeinsamen arabischen Vorgehens gegen Israel profiliert. Noch im Jahr seiner Amtseinführung verstaatlicht Nasr den bis dahin unter internationaler Kontrolle stehenden Suezkanal (Qanat as-Suways). Israelis, Briten und Franzosen antworten mit einem konzertierten Militärschlag, müssen sich aber auf amerikanisch-sowjetischen Druck zurückziehen und Ägypten den politischen Sieg überlassen. Zwei Jahre später ruft Nasr mit Syrien die Vereinigte Arabische Republik ins Leben, aus der der syrische Partner allerdings kurz darauf im Streit ausscheidet. Von nun an häufen sich die Mißerfolge. Um die politische Initiative wiederzugewinnen, engagiert sich Ägypten in den 60er Jahren im jemenitischen Bürgerkrieg zugunsten der Republikaner und zieht damit den Zorn Sa’udi-Arabiens auf sich, das die andere Seite unterstützt. Den Höhepunkt der Demütigungen markiert der Sechs-Tage-Krieg 1967, in dem Israel an allen Fronten erfolgreich angreift und unter anderem den gesamten Sina’ (Sinai) erobert. Der Verlust des Sina’ führt auf Dauer zu einer vollständigen Neuorientierung der ägyptischen Israel-Politik — dank ‘Anwar as-Sadat, der nach Nasrs plötzlichem Tod 1970 dessen Nachfolge antritt. Seine Taktik beginnt mit einem Paukenschlag: Der ägyptisch-syrische Überraschungsangriff, der 1973 den sogenannten Yom-Kippur-Krieg einleitet, richtet mit seinen Anfangserfolgen das arabische Selbstbewußtsein wieder auf, auch wenn Israel schnell zur Gegenoffensive übergeht. Der baldige Waffenstillstand schafft eine neue Ausgangslage, die Sadat als erstes arabisches Staatsoberhaupt zu ernsthaften Friedensverhandlungen mit dem jüdischen Erzfeind nutzt. Sie führen 1979 zur Unterzeichnung des Abkommens von Camp David, das den vollständigen Abzug israelischer Truppen vom Sina’ festschreibt und darüber hinaus Rahmenbedingungen für einen Gesamtfrieden im Nahen Osten umreißt. Sadat muß diese Grenzüberschreitung teuer bezahlen: Die Arabische Liga verstößt Ägypten als Verräter aus ihren Reihen, er selbst fällt 1981 einem Attentat zum Opfer. Amtsnachfolger Husni Mubarak gelingt es in der Folgezeit durch eine behutsame Politik, sich mit den arabischen Bruderstaaten auszusöhnen und den Paria-Status Ägyptens in eine neue Position der Stärke umzumünzen. Nichts zeigt dies deutlicher als seine einflußreiche Vermittlerrolle in den aktuellen arabisch-israelischen Friedensverhandlungen.

 

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