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Länderkarte Marokko

Das Kino kehrt immer wieder nach Marokko zurück. Ob David Lean, John Houston oder Bernardo Bertolucci, sie alle schwelgen in einem Ambiente, das geradezu idealtypisch für „den Orient” zu sein scheint. Das Land an der Nordwestschulter Afrikas betört durch seine prallen Bilder, gewebt aus labyrinthischen Städten, schroffen Gebirgszügen, lieblichen Oasen, trutzigen Lehmburgen und der endlosen Weite der Wüste.

Marokkos Vergangenheit gleicht einer schweren See aus immer wieder anbrandenden Eroberungswellen. Karthager, Römer, Vandalen und Byzantiner hinterlassen ihren Abdruck im Relief der Geschichte. Gleichwohl verharren sie vorwiegend in den Küstenebenen, während die unwegsamen Täler von Rif und Atlas weiterhin den wechselnden Allianzen einer unübersehbaren Vielzahl berberischer Stämme Raum geben. Mit dem Islam kommen zeitweise auch einheimische Dynastien an die Macht, von denen die Almoraviden zuerst den Sprung über die Straße von Gibraltar auf die iberische Halbinsel schaffen und damit die maurische Kultur begründen.

Von den Europäern greifen im 15. Jahrhundert zuerst die Portugiesen nach Marokko, gefolgt von den Spaniern, doch müssen sie sich vorerst den Alawiten geschlagen geben, die das Land 1660 unter ihre Kontrolle bringen und noch heute regieren. Wiederholte bewaffnete Zusammenstöße mit Spaniern und Franzosen während des 19. Jahrhunderts münden 1904 in ein geheimes Abkommen, in dem die beiden europäischen Mächte Marokko in Einflußspären aufteilen, die sie acht Jahre später offiziell zum Protektorat erklären. Erst 1956 erlangt Marokko unter König Muhamad V. seine Unabhängigkeit als konstitutionelle Monarchie.

In dem bis heute ungeklärten Status der Westsahara im Süden des Landes spiegelt sich der uralte und für das Land in besonderem Maße charakteristische Konflikt zwischen Regierungskontrolle und Stammesautonomie. 1975 überschreiten Zigtausende marokkanische Zivilisten in einem von König Hassan II. inszenierten „Grünen Marsch” die Grenze zu dem ausgedehnten Wüstengebiet und setzen damit die dort noch herrschende Kolonialmacht Spanien unter Druck. Nach dem spanischen Rückzug im Jahr darauf besetzt Marokko zunächst den Norden und später die gesamte Westsahara mit dem Hinweis auf historische Ansprüche.

Die international verurteilte Annexion entfacht einen jahrelangen Bürgerkrieg, in dem die Guerillaorganisation Polisario mit Unterstützung Algeriens für die Unabhängigkeit der einheimischen sahrawischen Bevölkerung kämpft. 1991 einigen sich beide Seiten auf Vermittlung der UN auf einen Waffenstillstand. Die seither andauernden Bemühungen um ein Referendum über die völkerrechtliche Zukunft des umstrittenen Gebietes scheitern immer wieder an Meinungsverschiedenheiten über die tatsächliche Anzahl der wahlberechtigten Sahraouis.

1999 stirbt nach 38jähriger Amtszeit König Hassan II. unter großer Anteilnahme der marokkanischen Bevölkerung. Sein Sohn und Nachfolger Muhamad VI. zeigt in der Sahara-Frage bislang wenig Bewegung. Seinen Landsleuten verspricht der promovierte Jurist gleich bei Amtsantritt eine stärkere Orientierung an rechtsstaatlichen Prinzipien. Mit der Entlassung des mächtigen und zu Zeiten seines Vaters allseits gefürchteten Innenministers Driss Basri setzt er ein deutliches Zeichen des politischen Neuanfangs. In wirtschaftlicher Hinsicht verspricht die jüngste Entdeckung offenbar ausgedehnter Öl- und Gasvorkommen unverhoffte Wachstumsaussichten.

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