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Seit jeher ist Syrien Bindeglied zwischen Orient und Okzident, seine Geschichte ist eine Geschichte des Handels und der damit verbundenen Begehrlichkeit aller umliegenden Reiche. Ob Sumerer und Akkader aus dem Südosten, Hurriter und Hethiter aus dem Norden, Ägypter aus dem Süden, die seefahrenden Phönizier oder die aus dem Landesinneren gekommenen Aramäer, ob Griechen, Römer, Byzantiner, Perser, Sassaniden oder islamische Dynastien wie Abbasiden und Osmanen, ob Kreuzfahrer oder Mongolen — sie alle streiten gleichermaßen um die Herrschaft über dieses Land, richten Kolonien ein und erheben Steuern oder gründen eigene Stadtstaaten.

Aufgrund der Entdeckung des Seeweges nach Indien im 15. Jh. bricht für einige Generationen fast der gesamte Handel mit Europa ab. Als Folge siecht auch die Landwirtschaft dahin. Die Bauern wandern in die Städte ab, das einstige Acker- wird zum Weideland der Badu. Spätestens seit der Herrschaftsübernahme durch die Osmanen im 16. Jahrhundert versinkt Syrien auch kulturell in die Bedeutungslosigkeit. Diese längste Phase einer Fremdherrschaft dauert bis zur Einnahme von Damaskus durch die mit den Briten und Franzosen verbündete arabische Armee im Jahr 1918 an.

Diese europäischen Mächte hatten bereits im 18. und 19. Jahrhundert ein verstärktes Interesse am Nahen Osten gezeigt und Handelskontore eröffnet, in deren Windschatten auch Missionare und Lehrer ins Land gekommen waren. An den Küsten Syriens entstand eine neue, mit europäischem Gedankengut vertraute Oberschicht, die bald nach dem Vorbild der Balkanstaaten die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich forderte. Als in Europa der 1. Weltkrieg ausbrach, bemühten sich Briten und Franzosen um einen Schulterschluß mit den ‘Arab. Sie versprachen ihnen in den von den Osmanen besetzten Gebieten die so sehnlich erwünschte Selbständigkeit, wenn diese die Alliierten in ihrem Kampf gegen die Osmanen unterstützten.

Doch die gegebenen Versprechen werden in keiner Weise gehalten: Die Franzosen wollen den Anführer der Arabischen Freiheitsbewegung Faysal ibn Hussayn nur als Marionette in einem von ihnen verwalteten Mandatsgebiet Syrien dulden, vertreiben ihn schließlich aus Damaskus und teilen das Land (Libanon und Palästina waren schon zuvor abgespalten worden) in vier staatenähnliche Gebilde auf. Das im 1. Weltkrieg gewachsene Nationalbewußtsein der Syrer führt in den kommenden Jahrzehnten immer wieder zu schweren Konflikten.

Schließlich müssen sich die Franzosen nach dem 2. Weltkrieg auf internationalen Druck endgültig aus Syrien zurückziehen. Doch auch nach der Unabhängigkeit kommt das Land zunächst nicht zur Ruhe. Erst mit dem Machtantritt von Hafiz al-’Asad beginnt eine Phase relativer politischer und wirtschaftlicher Stabilität. Sie bringt den Syrern unter anderem eine überfällige Bodenreform, Religionsfreiheit, Gesetze zur Aufwertung der Stellung der Frau, verbesserte Bildungschancen und einen deutlichen Anstieg der Lebenserwartung. Die Kehrseite der Medaille: ein aufgeblähter Militärapparat, Medien-Zensur und die ständige Präsenz der mehr als zehn Geheimdienste des Landes. Fast 30 Jahre lang bestimmt ‘Asad die Geschicke des Landes. Er stirbt im Juni 2000. Sein Sohn Bashar al-’Asad, gut einen Monat später als einziger Kandidat per Referendum mit 97,3% der Stimmen zum Nachfolger gewählt, übernimmt ein schwieriges Erbe.

Der den Syrern sozusagen in die Wiege gelegte Konflikt mit dem Nachbarn Israel bestimmt bis heute die Außenpolitik des Landes und unser Bild von Syrien. Doch sollte man dabei nicht vergessen, daß die Syrer im eigenen Land eine angesichts der vielen unterschiedlichen Volksgruppen und Religionen geradezu erstaunliche Toleranz beweisen, die auch den fremden Besucher einschließt und sicher mit zu der Faszination beiträgt, die von Syrien ausgeht.

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